norwegische Pünktlichkeit

Als ich heute von der Therapie zurückkam, geschah etwas Seltsames. Als ich nach der letzten Haltestelle vor meiner auf den Knopf drückte, um meinen Haltewunsch zu signalisieren, drehte sich der Fahrer, hinter dem ich direkt saß, zu mir um, und schwallte mich mit etwas zu, von dem ich kein Wort verstand. Ich sagte ihm in meinem schönsten Norwegisch, dass ich kein Norwegisch verstünde verstünde und fragte ihn, ob er Englisch spreche. Die Antwort war ein kurzes Kopfschütteln. Der erste Norweger, der kein Englisch sprach.Und ich versuchte es mit dem einzigen Satz, der mir auf die Schnelle einfiel: „Min Stopp er haer.“ Das nahm er mit einem etwas verständnislosen Nicken auf, und fuhr in die Haltebucht. Würde ich die Landessprache besser beherrschen, hätte ich ihn fragen können, warum morgens die Busse in die Stadt plötzlich allesamt Verspätung haben. Davon habe ich heute morgen aber profitiert: Weil ich meinte, den Tag mit ein bißchen Treppenhaustraining beginnen und die Mülltüten noch runtertragen zu müssen, bin ich 2 Minuten zu spät gekommen. Weitere 3 Minuten später trudelten die anderen Fahrgäste ein, als wäre die plötzliche und anhaltende Busverspätung allgemein bekannt und offiziell ausgehängt. Ich habe zwar schon gemerkt, dass die Busse seit Wochen mindestens 5 Minuten Verspätung haben, bin aber trotzdem immer pünktlich gekommen. Typisch deutsch wohl. Der Bus kam heute 10 Minuten zu spät, aber weil der Takt 20 beträgt bin ich trotzdem gerade noch rechtzeitig zur Therapie gekommen.

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