Reifen

Dieses Wochenende hatten wir mal wieder (und wahrscheinlich, da der Mietvertrag wohl nicht verlängert wird, auch zum letzten Mal) die Hütte des norwegischen Polarinstitutes am Norbert-Krabbe-Fjord. Weil wir nach Ankunft am Freitag-Abend sehr lange gebraucht haben, die Hütte einigermaßen warm zu bekommen und dabei den halben Holzvorrat verheizt haben, beschlossen wir am Samstag nach dem Frühstück, erstmal in den nächsten größeren Ort zu fahren und Holz zu kaufen, um am Abend den Kamin unbekümmert bestücken und ggf. sogar die Sauna anheizen zu können. Wir wissen natürlich nicht, ob der Reifen auch geplatzt wäre, wenn wir uns an der Kreuzung für einen anderen Ort mit potentiellem Laden entschieden hätten, jedenfalls hielt der rechte Hinterreifen nach der Abzweigung Luft höchstens noch 200 Meter. Der Riss war aber auch wirklich groß. Natürlich bereitete Anja gleich alles zum Reifenwechsel vor, mußte aber bald feststellen, dass der zu diesem Zweck neben dem Ersatzrad im Kofferraum verstaute Schlüssel für die Radmuttern zu groß war. Der zerfetzte Reifen hatte uns zwar mitten im Nirgendwo stehen gelassen, aber ein Haus in Sichtweite gab es doch. Dorthin begab Anja sich, um ihr Glück zu versuchen und nach Werkzeug zu fragen. Als Anja weg war, krabbelte Mats aus dem Wagen und meinte nach einem Blick auf das Problem selbstbewußt:“ich kümmere mich drum.“ Obwohl der Bewohner des Häuschens keinerlei Englisch sprach, kam Anja bald mit einem anderen Schraubenschlüssel zurück, der aber ebenfalls zu groß war. Der norwegische Pannendienst erzählte uns, dass wir als Deutsche uns an den ADAC wenden müßten, der sie dann beauftragen würde. Anja rief also in München an. Ansage: Sie würden sich tatsächlich drum kümmern, könnte aber 90 Minuten dauern. Die Stimmung sank beträchtlich und versuchte, sich der Bodentemperatur von minus einem Grad anzunähern. Der norwegische Pannendienst rief an und teilte mit, er käme frühestens in einer Stunde los, und wir sollten ruhig versuchen, in der Zwischenzeit an anderes, möglicherweise passendes Werkzeug zu kommen. Es hielten tatsächlich mehrere Autos an, deren Fahrer helfen wollten. Aber auch deren Reifenwechselwerkzeug passte nicht zu den Radmuttern unseres Mazda 5. Nach 2 Stunden kam der norwegische gelbe Engel und brauchte 10 Minuten, um den Reifen zu wechseln(der von ihm benutzte Schlüssel war 2 Zoll kleiner, als der dafür vorgesehene). Das Reserverad machte nicht den Eindruck, als könnten wir uns lange darauf verlassen. Aber zurück zur Hütte undnachhause in Tromsö würde es schon gehen, sagten wir uns. Und vorher noch zum nächsten Supermarkt, Holz holen. Denn nach diesem Abenteuer hatten wir es uns erst recht verdient, uns aufzuwärmen, fanden wir. Aber der Supermarkt in Mestervik hatte kein Holz. Die letzte Nacht in der Malanger Hütte war trotzdem gut. Mats hat geschlafen, als hätte er sich tatsächlich drum gekümmert oder zumindest den Wagenheber gemacht.

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Ein Kommentar zu “Reifen

  1. Hallo, Ihr 3!
    Ich hatte endlich wieder etwas Zeit, den Blog zu besuchen, habe alles nachgelesen, was ich ab Sommer noch nicht kannte und war ganz dicht bei euch!
    Großartig, wie du alles beschreibst, Jens!
    Die Sache mit dem platten Reifen ist natürlich ein Ding…meine Güte…und dann kein Holz!
    Da die gute Laune zu behalten ist eine Kunst, grins.
    Von Ingo und mir einen herbstlichen Gruß! Barbara

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