moby black

Samstag Nachmittag kommt Marieke an. Mats´ Babysitterin aus Ekeler Zeiten. Sie hat Anjas Einladung und Flugticket angenommen, uns für eine Woche zu besuchen und mir zu helfen, während Anja auf einem workshop ist. Seitdem Mats auch nachts keine Windel mehr braucht, kommen wir zwar schon weitgehend allein zurecht, aber eben nicht ganz. Vor allem mit dem Anziehen gibt es noch Probleme. Aber nun kommt ja auch Marieke. Am Vormittag hatten wir noch Zeit für einen Ausflug an den kaldfjord, wo Wale schon die Heringsschwärme jagen. Und schon am ersten Halt hatten wir Glück. Ich meinte ich zwar gleich, ein Gewimmel von Finnen zu sehen. Das entpuppte sich aber bald als dunkles Gekräusel von Wellen. Weil aber Anja und ein Einheimischer die ganze Zeit Wale sahen, wußte ich, dass es an mir lag, und ich erinnerte mich an den letzten Winter: nicht mit zusammengekniffenen Augen ins Wasser sehen, sondern ganz entspannt. Wenn Walfinnen da sind, springen sie einem von ganz allein ins Auge. Durch ihr tiefes Schwarz und die klaren Umrisse. Das klappte auf Anhieb.Erst waren nur einzelne Finnen zu sehen, dann ganze Walrücken, dann ein gelber Fleck, der aus der linksseitigen Blindheit hereinschoß und sich als Motorboot erwies. Davon hätte ich am liebsten ein Foto geknipst, hätte ich meindy parat gehabt, denn die folgenden Wale waren für solche Schnappschüsse viel zu weit weg: Erst Buckelwale, dann Finnwale, dann Orcas, die ich wegen ihres noch schwärzeren Schwarzes schonvermutete. Das bestätigende Weiss an ihrem Kopf konnte ich im Gegensatz zu Anja nie sehen. Dafür war der Blas der Tiere heute beinahe besser zu hören als zu sehen. Eine Schule von 7 Orcas verfolgten wir über 20 Minuten beim Zug Richtung Osten. Mats fielen die vielen Vögel auf, die aus der Luft ihrem schwimmenden Futter folgten. Selbst das Gekräusel eines Fischschwarms an der sonst glatten Wasseroberfläche war zu sehen. Und weil ohnehin schon alles so war, wie aus einem Werbeprospekt von Walewatching-Touranbietern, beschlsossen wir irgendwann heimzufahren. Da tauchte der letzte Orca, den wir schon eine Weile beobachtet hatten, auch mit dem Kopf auf, so dass ich das Weiß darauf sehen konnte. Und als wäre das noch nicht genug, hielt er uns noch weiter in seinem Bann, indem er alle 30-50 Sekunden an der gleichen Stelle wieder auftauchte. Mit der richtigen Ausrüstung hätte man ein Portrait von ihm zeichnen können.

whalewatching_11.15

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s