God Jul

Sten mußte ich heute schon frohe Weihnachten wünschen, weil Mats und ich morgen für den Rest des Jahres nach Deutschland fliegen. Eigentlich schade. – es läuft grad so gut. Entsprechend gespannt bin ich auf 2016, wenn Sten Filip Ludviksen den Schwerpunkt auf die Hand legen will.

Auch Mats würde gerne noch ein paar Tage länger bleiben, weil beim aktuellen Wetter die Devise „Ski und Rodel gut“ gilt. Heute Abend war er mit Anja auch statt eines Gute-Nacht-Films lieber nochmal zum Schlittenfahren draußen. Und dass er zu Weihnachten seine ersten Ski bekommt, weiß er auch schon. Inklusive Fahrenlernen bei Mama, der ehemaligen Skilehrerin Natürlich würde er jetzt den Film gerne auch noch sehen. Aber man kann ja gar nicht früh genug damit anfangen. Mit: „Man kann nicht alles haben.“

Ich wünsche allen Lesern dieses blogs schon mal:“Ha en fin Jultid!

Troms Fyllketraffik

Letzte Woche hielt im öffentlichen Nahverkehr die technische Moderne Einzug: die Haltestellen wurden plötzlich angesagt und angezeigt, Sehr nützlich für einen Neuzugezogenen. So etwas hätte ich mir letztes Jahr gewünscht, zumal in der polaren Nacht. Aber diese Neuerung ist diese Woche auch schon wieder vorbei, und darum mußte ich heute mit dem Busfahrer Kontakt aufnehmen, um mir den Bus-stop in einer neuen Gegend auf dem ersten Weg zur Akupunktur persönlich ansagen zu lassen. Der Busfahrer schickte mich sofort in einen anderen Bus, und dessen Fahrer tat das Gleiche. An der Haltestelle sah dann alles ganz anders aus als im Internet. Mit telefonischer Hilfe des Therapeuten und physischer Hilfe einer Passantin durch tiefen Neuschnee konnte ich mich schliesslich ins richtige Haus lotsen lassen.
Nach der Erstbesprechung zeigte mir der Therapeut dann die Haltestelle der von ihm genannten und zuerst vergeblich versuchten Buslinie. Quasi direkt vor dem Haus. Nun, wenn im nächsten Jahr das Nadeln richtig beginnt, weiß ich wenigstens, wie ich dahinkomme. Und auf dem Rückweg weiß ich auch, dass es nicht reicht, einfach nur vor der Haltestelle zu stehen. Man muß es wohl machen, wie die Leute in der Innenstadt und dem Busfahrer deutlich winken. Sonst fährt er nämlich vorbei. Wie an mir heute auf dem Rückweg. Zum Glück kam nach nur 20 Minuten Warten im Schneegestöber schon der nächste. Winken. Rein. Karte ans Lesegerät halten. Setzen. Dann lief alles von allein. Und klappte auch ohne die Haltestellenansage „Tomasjordnes“, die ich letzte Woche einmal hören durfte.

kein Käse – Kakao!

Am letzten Wochenende in Tromsö in diesem Jahr haben wir versucht, nochmal alles so normal wie möglich zu machen: Am Samstag bin ich mit Mats in die Innenstadt gefahren, wo ein Theaterstück für Kinder aufgeführt werden sollte. Wir kamen zwar überpünktlich, aber alle Plätze vor der improvisierten Bühne waren schon besetzt. Nach ein paar Minuten Schlange stehen, konnten wir immerhin noch eine heiße Schokolade käuflich erwerben, die Mats dann aber etwas abseits im Stehen einnehmen mußte, was er auch mit Genuß tat. Das Theaterstück entpuppte sich als Ein-Mann-Erzählung von Leuten, die zum Mond flogen. Mats hat immerhin das meiste verstanden. Danach wollte er noch weiter zu einer anderen, ähnlichen, aber viel größeren Holzpagode als dem sogenannten Raketenkiosk, bei dem wir vorher waren.. Und nun lernte auch er, der sonst immer beneidenswert sicher über das Eis ging, die Tücken dieses Aggregatzustandes kennen und krabbelte zeitweise auf allen Vieren zum Ziel. Später an der Bushaltestelle, sollte ich ihm noch erklären, warum der Mond eine Kugel ist, und bis jetzt hat er sich noch nicht über meine Ausführung darüber beschwert. Heute hatte ich nach einer Woche mit (vor dieser Mondfahrt) jedem Tag Therapie meinen freien Tag, den ich sehr genossen habe. Mats offenbar auch, so schnell wie er eben eingeschlafen ist. Bei einer Mondfahrtgeschichte natürlich.

Leben im Eiskanal

anjasLaufeis

Schon seit einer Woche sind es jetzt Plustemperaturen. Genug, um Schnee und Eis wegzutauen, sollte man meinen, oder wegzuspülen, da es auch die ganze Zeit regnet. Aber nur die letzten Schnee- oder Schneematschreste werden weggespült und übrig bleibt das blanke Eis. Und das ist wirklich Bob-und Rodelglatt und -dick, so dass auch die Spikes nicht mehr viel nützen, wenn sie nicht verloren gegangen sind, was mir diese Woche schon 2mal passiert ist. Mit den neuen bin ich dann auch hingefallen; habe den steilen Abhang zum Schwimmbad, in dem ich heute Therapie hatte, danach aber am Arm einer freundlichen Dame ohne weiteren Sturz geschafft. Immerhin habe ich später den 2. verlorenen Nagellappen kurz vorm Kindergarten wiedergefunden. Und als ich dann mit diesem Fund in einer Stofftasche und dem Kind an der Hand zuhause ankam, war alles weiß eingeschneit. Und das bedeutet: Eisnachschub. Endlich wieder.