Aufklärung

Tatsächlich machte Mats heute einen ganz gesunden Eindruck. Aber weil wir ihm das gestern schon gesagt hatten, mußte er heute nicht in den Kindergarten. So habe ich mich vormittags mit dem Kleinen beschäftigt, was er mir mit Küssen und Streicheleinheiten auch gleich vergolten hat, und Anja konnte zur Arbeit. Mich hat außerdem die Dame von gestern angerufen, um mir den Ersatztermin für den gestern verpassten gleich telefonisch mitzuteilen. Nach mehreren Bitten sprach sie heute sogar Englisch. Außerdem war sie von der Universitätsklinik. Möglicherweise hat sie gestern etwas von „Polikli-nik“ gesagt und ich habe „Politi“ verstanden.Tatsächlich wurde mir nach meinen anfallsbedingten Besuch in der neurologischen Poliklinik im letzten Jahr mitgeteilt, dass ich im Januar dort vorstellig werden sollte. Der genaue Termin würde mir noch brieflich mitgeteilt. Er war gestern, bzw. wäre gestern gewesen. Ich habe der Frau am Telefon mitgeteilt, dass ich nie einen Brief mit Termin bekommen hätte. Die erleichternde Antwort war, dass das auch kein Wunder sei, denn sie hätte ihn auch noch gar nicht abgeschickt. Ich versuchte ihr dann meine Verwunderung deutlich zu machen. Aber es blieb dabei. Der Brief war nie abgeschickt worden. Ob sie denn jetzt den Brief mit dem Ersatztermin am nächsten Mittwoch abschicken solle, den bekäme ich dann vielleicht schon Montag. Ich bat darum, weil ich nicht verstanden hatte, bei welchem Neurologen ich mich melden soll. Nun bin ich gespannt, ob ich diesen Brief nun bekomme und ob der Neurologe dann auch davon weiß. Ein bißchen erschüttert hat dieser Vorfall meinen Glauben in das fortschrittliche norwegische Kommunikationssystem schon.

Nachmittags haben Anja und ich dann getauscht. Ich konnte meine Übungen und Haustherapien machen und mich mittags hinlegen. Ich habe sogar geschlafen. Das erwähne ich, weil es so selten vorkommt, denn seit dem Unfall kann ich tagsüber nicht mehr schlafen. Dann sind Anja und Mats noch zum „Kaufhaus Wühlmaus“ gefahren, wie Mats diese Gebrauchtwaren-Bring- und Kaufeinrichtung auf dem Recyclinghof nennt, weil sie bei seiner Oma in Rendsburg auch so heißt. Da war er offenbar gerne. So sind wir einige überflüssige Gegenstände losgeworden, konnten im Gegenzug aber keine Teekanne erwerben, weil es die dort nicht gab. Wir hatten nämlich nur eine aus Deutschland mitgenommen, und die ist nicht mehr zu gebrauchen. Bisher haben wir es ja nicht bereut, 90% unseres Hausstandes nicht mitgenommen zu haben, aber irgendwann werden wir wahrscheinlich noch alles vermissen, was jetzt den ganzen ehemaligen Stall in Ekel füllt.

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