ferie

Ab heute, 19.8. bis zum 20.9. sind wir nicht da, und es wird wahrscheinlich keine Einträge geben. Anja geht aufs Schiff, Mats bleibt bei seinen Großeltern in Oberbayern, und ich fahre u.a. nach Wien und zu einem Treffen meiner Autorengruppe „rote Heringe“ nach Berlin. Allen Lesern eine schöne Zeit, bzw., wie ich als Freizeitnorweger sage: Ha en fin tid!

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Sherpa auf dem „alten Felsen“.

tromsö_vombergausHeute war die „Emerald Princess“ mal wieder in Tromsö. Alle 3000 Passagiere wollten die Stadt erkunden. Ein gefühltes Drittel davon wollte mit der Seilbahn auf den Hausberg „storsteinen“ Das war auch unser Ausflugsziel und erschwerte den Weg zum Ticketschalter erheblich. Ich verliess mich auf den Behindertenbonus und ging an mindestens der Hälfte der langen Schlange vorbei. Niemand schien sich daran zu stören. Aber letztlich habe ich nur eine halbe Srunde anstehen müssen. Darum war ich doch vor Anja und Mats oben, die den neuen von Sherpa gebauten Steintreppenpfad ausprobieren wollten. Anja schätzte die Aufstiegszeit auf 2 Stunden. Ich fürchtete, mit der Seilbahn inclusive Anstehen länger zu brauchen. Weil Mats so tapfer und konditionsstark aufwärts marschierte, waren sie schon nach eineinhalb da. In der Zeit hatte ich mich schon durch die Menschenmassen bis zum Gondelausgang gekämpft. Und sogar die Bergstation verlassen und Blicke auf die Stadtinsel und das riesige Kreuzfahrtschiff werfen können, ehe der Rest meiner Familie – sichtlich stolz auf die zügige Überwindung von 400 Höhenmetern – eintraf. Auffällig war, dass sich unter den vielen Reisegruppen hörbar keine deutsche befand, was sonst immer der Fall ist, wenn ein großes Kreuzfahrtschiff anlegt.Dafür waren sonst Zungen aus aller Welt zu hören.Die Norweger haten derweil alle Sitzplätze in der Nähe der Panoramablicke besetzt und auch auf den Stufen der neuen Himmelsleiter konnte man ihnen begegnen. Schließlich war Sonntag.Aufstieg_Mats_Steinstufen.jpg

Blaupilze

Rasthütte_MatsAnjaBei ihren Winterausflügen mit Mats meinte Anja eine Hütte entdeckt zu haben, die auch ich im Sommer erreichen könnte. Aber meine bisherigen Erfahrungen mit von Norwegern so benannten „einfachen Pfaden“ war schon, dass ich sie nicht bewältigen konnte. Heute war es nur ein bißchen anders. Ich konnte den Weg zur Hütte die erste Stunde gut gehen. Dann waren wir zwar noch nicht bei der Hütte, aber immerhin bei einer Art Unterstand, in dem der wir Pause machen und uns stärken konnten. Auch typisch norwegisch. Ein Ort an mit Brennholz und einer Säge mitten in der Pampa, wo jedermann ein Lagerfeuer entzünden und vor allem im Winter die Sterne oder Polarlichter beobachten kann. Wir sind aber nicht bis nach Einbruch der Dunkelheit dageblieben. Schliesslich gibt es noch keine Dunkelheit. Viel weiter als bis zum Rastplatz bin ich auch nicht mehr gekommen. Weil der Weg nach den Regenfällen vom Vormittag (und den Tagen davor) sehr vermatscht war. Zurückgekommen bin ich nur, weil Anja mich gestützt hat. – Und nicht nur ein Bißchen. Hatten wir auf dem Hinweg oft angehalten, um von den Abertausend Heidelbeeren zu partizipieren (kamen zum Nachtisch auf Anjas Torte), so lockten uns auf dem Marsch zurück die Pilze: Wären die Maronenröhrlinge nicht so angefressen gewesen, hätte es für eine ganze Abendmahlzeit gereicht. Die beiden Birkenrotkappen, die am Ende dieses Ausfluges unsere Ausbeute an Moderpflanzen darstellten, gaben immerhin noch ein wildes, delikates amuse gueule ab. Feststellbar bleibt: Was die Natur angeht und die Möglichkeiten, sie zu nutzen, ist Norwegen spitze.Blaubeerpflücken_Mats

norwegischer Nasenbesuch

Mats_doppelbesuchAm Freitag hatte Mats seinen ersten Übernachtungsbesuch: Die Zwillinge Mila und Vesna waren da. Mats hat mindestens ein Jahr gebraucht, um mit den beiden warm zu werden, aber mittlerweile sind sie dicke Freunde. Besonders nett fand ich es, wie die beiden, bei denen Zuhause Russisch und Slovenisch gesprochen wird, sich mit Mats in fliessendem Norwegisch unterhielten. Anja ist da auch ziemlich gut mitgekommen, ich hinkte noch deutlich hinterher.
Am Sonntag haben Anja und Mats einen Wandertag eingelegt, und der Kleine soll dabei mit erstaunlicher Kondition gut mitgekommen sein. Ich konnte dabei wieder in Ruhe meinen Eigentherapien nachgehen, und versuchen, die Wahrnehmung meiner linken Seite zu trainieren. Das ist auch dringend nötig, denn in der vergangenen Woche hatte ich einen kleinen Unfall: Ich wollte schnell etwas vom Boden aufheben, hatte aber nicht wahrgenommen, dass links von mir ein Stuhl stand auf dessen Lehnenkante ich beim Bücken gestoßen bin. So wie das gekracht hat, ist dabei wohl mein Nasenbein gebrochen. Aber jetzt kann ich schon wieder normal die schnäuzen, auch wenn die Nase Anjas Meinung nach etwas wie Cäsars´ aussieht. Jedenfalls ist das Problem nicht meine Halbseitenblindheit, sondern dass links für mich gar nicht existiert, wenn ich nicht bewußt drauf achte. Aber gerade das kann ich bei einer schnellen Bewegung nach unten nicht. Ich hoffe, dass sich das trainieren läßt. Werde ich bei meinem nächsten Reha-Aufenthalt in Murnau auch als neues Ziel angeben. Wahrscheinlich können die Ergotherapeuten dort das auch besser mit mir üben, als ich des Wochendes allein in unserer Wohnung mit dem fantastischen Meerblick, so entspannend das sonst auch ist.Mats_Wandertag