fast wie Jonas

Segelboot_Mats.jpg

Auf und in der „Makaré II“ gefiel es mir sofort. Entgegen vorheriger Befürchtungen liess es sich hier gut einen ganzen Tag aushalten. Auch für mich mit meinen „besonderen Bedürfnissen“ (im Englischen gibt es ja schon lange keine Behinderten mehr). Kristina und Paul waren freundliche und entspannte Gastgeber. Und ihre Töchter haben Lego an Bord – also auch für Mats kein Problem. Aber bei den Abfahrtvorbereitungen hätte ich aber nicht in der Haut ihrer Finger stecken wollen: Sie mußten erstmal die gefrorenen Taue auseinanderklabüsern. Da mein Boot immer im Oktober aus dem Wasser kam, mußte ich früher solche Erfahrungen nie machen. Aber es war toll wieder unter Segeln zu sein. Auch wenn wir erstmal unter Motor den Sund verliessen. Adventureschiffe für Touristen mit der Aufschrift „Whales guaranteed“ überholten uns. Auf dem GPS konnten wir sehen, dass diese sich an einem bestimmten Punkt versammelten. Es war klug, auch dorthin zu fahren. Als wir ankamen durchnitten schon unzählige Rückenflossen die Wasseroberfläche als wäre sie aus Pudding. Es folgten die Orca, die in der Tiefe zuviel fern gesehen hatten und sich an der Luft benahmen wie Flipper. Sie streckten uns ihre hellen Bäuche entgegen und schlugen mit ihren ebenfalls weißen, aber schwarz umrandeten Fluken aufs Wasser. Und das Schauspiel nahm gar kein Ende. Immer, wenn ich dachte, ich hätte für die nächsten Jahre genug Wale gesehen und schon ins warme Innere steigen wollte, kamen neue Meeressäuger noch näher ans Boot heran. Dann ein Schreck aus dem Augenwinkel: Mann über Bord! Von einem Schiff ca. fünfzig Meter entfernt. Die Entwarnung folgte, als noch neun weitere Menschen – alle in roten Anzügen unter Juchzen ins Wasser sprangen. Direkt neben die Orcas, die ja nicht eben als friedliche Vegetarier bekannt sind. So bescheuert können nur Norweger sein, dachten wir. Aber da ihr Schiff erklärtermassen eins für Touristen war, werden wir die Nationalität der Walbader nie erfahren. Als es ruhiger wurde, drehten wir um und fuhren wieder zurück. Motorgetrieben, auch wenn Paul meinte, er fände den Weg in den Hafen von Tromsö auch ohne Tageslicht, das um 14 Uhr verschwand. Gefunden hat er den Hafen der Stadt unserer derzeitigen Behausung tatsächlich. Dort gingen wir wehmütig an Land.
Es war ein rundum gelungener Ausflug. Vielen Dank!Wale_vom_segelboot.jpg

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